Die Förderpartner mit dem Stiftungsteam beim abschließenden Gruppenbild

Gruppenbild mit den Förderpartnern und dem Stiftungsteam bei dem Pressetermin 2019 in München

Auch in einem reichen Land wie Deutschland gibt es Kinder, deren Leben durch Krankheit, wirtschaftliche Benachteiligung, Traumatisierung oder Gewalterfahrung geprägt ist. Die Tribute to Bambi Stiftung unterstützt Projekte, die sich für gesundheitliches Wohlbefinden, Chancengleichheit und den Schutz von Kindern einsetzen. Am 1. August 2019 stellte die Stiftung Burda-Journalisten ausgewählte Förderpartner im Rahmen eines jährlichen Pressetermins in München vor. Denn neben der finanziellen Unterstützung sind Aufmerksamkeit und mediale Berichterstattung für die Organisationen ebenfalls sehr wichtig.

Einleitende Worte kamen zunächsten von Andrea Laub, Vorstand, und Patricia Riekel, Vorstandsvorsitzende der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung. Patricia Riekel berichtete von aktuellen Fällen von misshandelten Kindern aus den Medien und von dem Entsetzen, das diese Fälle auslösen. Sie apellierte an die Anwesenden: „Daher bitte ich alle, schaut hin, in eurer Umgebung, und tut etwas, wenn mit Kindern etwas nicht in Ordnung ist."

 

Kraft tanken trotz Pflegekräftemangel

„Wir möchten Familien eine Auszeit mit ihren Kindern ermöglichen, um Kraft zu tanken“, so Andrea Riedmann aus dem Vorstand von Förderpartner Kleine Helden e.V. Der Verein organisiert Ferienaufenthalte für Familien mit schwer kranken Kindern. Aufgrund des Pflegekräftemangels und knapper Kassen sind viele Eltern mit der Pflege ihrer schwer kranken Kinder auf sich allein gestellt. Dabei müssen die Kinder rund um die Uhr betreut und versorgt werden. Aufgrund der Belastung sind die Eltern schnell am Ende Ihrer Kräfte. Und in der Öffentlichkeit ist oft nicht bekannt, unter welchem Druck die Familien stehen. Um solche Familien kümmert sich der Verein, d.h. je eine Kinderkrankenschwester versorgt jedes erkrankte Kind. Durch die umfassende Betreuung können die Eltern auch einmal loslassen, sich erholen und Zeit mit den Geschwisterkindern verbringen, die sonst oft zurückstecken müssen. „Wir haben ganz blauäugig einen Verein gegründet und angefangen, Aufenthalte für die Kinder und ihre Familien zu organisieren, weil wir Gelegenheit bekommen haben, das Ferienhaus von Freunden zu nutzen. Inzwischen sind wir bei neun Aufenthalten pro Jahr im Irmengardhof am Chiemsee, mit jeweils drei bis vier Familien. Dann können wir uns um jeden Familie und jede Person mit ihren eigenen Bedürfnissen kümmern", erklärte Annette Hrdlitschka, die mit Andrea Riedmann den Verein einst gründete.

 

Musizieren für soziale Teilhabe

Auch im Bereich der sozialen Teilhabe wurde ein neuer und spannender Ansatz aus München vorgestellt: Der Verein C.O.N. Sonanza e.V. setzt sich mit kostenlosem Musikunterricht für Kinder aus benachteiligten Familien ein. Die Kinder bekommen die Möglichkeit, ein Musikinstrument zu erlernen und ihre Talente zu entdecken und zu entfalten, auch wenn ihre Eltern sich keinen Unterricht leisten können. „Wir haben Kinder, die nicht wussten, was ein Cello ist", erklärt die Gründerin Constanza Vagnini-Holbl. Durch gemeinsames Musizieren mit anderen Kindern kann auf vielen Ebenen eine langfristige und positive Entwicklung für Kinder aus schwierigen Verhältnissen erreicht werden. Denn um den Aufstieg aus einer sozialen Schicht zu schaffen, bedarf es vor allem positiver Vorbilder, Kontakt zu Kindern aus anderen Milieus und Menschen, die an die Kinder glauben und sie motivieren, Ziele zu verwirklichen. „Es gibt den Kindern Selbstwertgefühl. Die sind so begeistert und üben nun freiwillig die ganze Zeit zu Hause ihre Instrumente", berichtete Constanza Vagnini-Holbl weiter.

 

Childhood-Häuser für Kinderschutz

Als drittes Beispiel stellte sich die World Childhood Foundation vor. In der letzten Zeit gingen einige Berichte über misshandelte Kinder durch die Medien. Ein unangenehmes Thema, dennoch ist es wichtig, mediale Aufmerksamkeit darauf zu lenken, um über die dahinterliegenden Strukturen aufzuklären und das Wohl des Kindes in den Mittelpunkt zu rücken. „Etwa eine Million Kinder in Deutschland mussten Missbrauch erfahren, das sind 1-2 Kinder pro Schulklasse. In jeder Schulklasse in Deutschland", versuchte Anka Wittenberg, Vorstand der World Childhood Foundation, das Problem mit Zahlen auszudrücken. „Wenn in Deutschland ein Kind von sexueller Gewalt betroffen ist, muss das Kind an ganz vielen Stellen und bei ganz vielen Menschen seine Geschichte erzählen. Das Kind wird von verschiedenen Ärzten untersucht, von der Polizei befragt, von Ermittlern, von Richtern, dem Jugendamt. Und dabei emfpindet das Kind Angst, Scham und Beklemmung", erklärte Andrea Möhringer, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation, „und es kommt zu Re-Victimisierung. Das möchten wir verhindern.“ Die Childhood Foundation möchte mit dem Aufbau von Childhood-Häusern in Deutschland den Kinderschutz in der Ermittlungsarbeit besser verankern und gleichzeitig die bestmögliche Versorgung der Kinder erreichen, indem missbrauchte Kinder behutsam und an einem Ort von verschiedenen Ärzten untersucht und durch geschulte Ermittler befragt werden: „Wir versuchen, ein Haus zu bauen, wo die Kinder von Ärzten, Polizisten, vom Jugendamt und Richtern unter einem Dach befragt werden können, in kindgerechter und geschützter Umgebung“, erläuterte Möhringer. Dadurch wird das Wohl des Kindes stärker in den Mittelpunkt gerückt.

Neben diesen drei Organisationen fördert die Tribute to Bambi Stiftung noch vierzehn weitere in diesem Jahr. Ein zweiter Pressetermin wird im September in Offenburg stattfinden, damit die Burda-Journalisten möglichst viele Organisationen und die dahinter stehenden Personen kennenlernen können. Und erfreulicherweise melden sich von Jahr zu Jahr immer mehr Teilnehmer an. Einen Überblick über alle geförderten Organisationen finden Sie in den nächsten Wochen unter Aktuell auf unserer Webseite.

Pressetermin-TTBS-München

Der Pressetermin der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung findet jährlich in München und Offenburg statt.

Patricia Riekel erläutert Situation

Patricia Riekel, Vorstandsvorsitzende der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung, ging auf die aktuelle Berichterstattung zu missbrauchten Kindern in Deutschland ein.

Förderbereiche Sabine Kamrath

Sabine Kamrath, Projektleiterin der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung, stellte die Förderbereiche und Tätigkeiten der Stiftung vor.

Riedmann Hrdlitschka Verein Kleine Helden e.V.

Andrea Riedmann und Anette Hrdlitschka vom Verein Kleine Helden e.V.

C.O.N. Sonanza-Gründer Vagnini-Holbl und Vagnini

Die Gründer von C.O.N. Sonanza: Constanza Vagnini-Holbl und Stefano Vagnini.

Childhood: Andrea Möhringer und Anka Wittenberg

Kinderschutz in die Ermittlungsarbeit bei Missbrauch integrieren: Anka Wittenberg, Vorstand und Andrea Möhringer, Geschäftsführerin der World Childhood Foundation.

Annette Busch stellte Charity-Produkte vor

Annette Busch, Burda Magazine Holding, gab einen Ausblick auf die diesjährigen Charity-Partner von TRIBUTE TO BAMBI.