Gemeinsam die digitale Welt zu entdecken, stärkt die Bindung zwischen Eltern und Kind und legt die Basis für verantwortungsvolles Handeln.
Chatbots und KI-Companions wirken immer menschlicher: Sie erklären, beraten in schwierigen Lebenslagen und spenden emotionalen Beistand. Wir fühlen uns mit ihnen verbunden, weit über ihre technische Funktion hinaus. Zum Safer Internet Day am 10. Februar fragt die EU-Initiative klicksafe, wie KI-Tools das menschliche Miteinander prägen. Der Fokus liegt auf Kindern und Jugendlichen, die in einer sich rasch wandelnden digitalen Welt aufwachsen. Diese Welt bietet Chancen, birgt aber auch Risiken für ihre Entwicklung. Kinder brauchen dringend mehr Schutzräume, sowohl online als auch im echten Leben.
Dafür setzt sich die TRIBUTE TO BAMBI Stiftung seit über zwanzig Jahren ein. Deutschlandweit fördern wir wirksame Projekte für Kinder und Jugendliche in Not, darunter Präventionsangebote gegen (Cyber-)Mobbing, Unterstützung für depressive Schüler:innen oder Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien. Der regelmäßige Austausch mit Pädagog:innen, Kinderpsycholog:innen und den stillen Held:innen aus unseren Förderprojekten verdeutlicht: Es ist wichtiger denn je, die psychische Stabilität junger Menschen zu stärken und ihre digitalen Fähigkeiten zu fördern.
Die digitale Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen
Kinder bekommen heute zwischen sechs und elf Jahren ihr erstes Smartphone. Sie stürzen sich in den digitalen Dschungel, oft ohne Vorbereitung und mit unzähligen Möglichkeiten, die schnell überfordern.
Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass 12- bis 19-Jährige täglich durchschnittlich 231 Minuten am Handy verbringen. Für Gaming nutzen sie 88 Minuten. WhatsApp dominiert mit 96 Prozent die Kommunikation, gefolgt von Instagram, Snapchat und TikTok. Zudem wird klar: KI-Tools sind zentrale Begleiter geworden, wobei ChatGPT die wichtigste Anwendung ist – 84 Prozent der Befragten haben sie bereits genutzt, 57 Prozent halten die gelieferten Informationen für vertrauenswürdig.
„Die KI hört mir zu“: Vom Werkzeug zur Freundin
Chatbots wie ChatGPT und KI-Companions mit individuellen Charakteren oder Avataren faszinieren junge Menschen. Sie beantworten Fragen zu Freundschaft, Liebe, Wehrpflicht, Klimawandel und dem drohenden Smartphoneverbot und übernehmen zunehmend Rollen, die bisher Menschen vorbehalten waren: Eltern, Freund:innen, Lehrer:innen, Therapeut:innen. Die Tools sind so programmiert, dass sie Gespräche am Laufen halten, selten widersprechen und stets verfügbar sind. Die künstliche Intelligenz simuliert Empathie und Nähe, vermittelt Bestätigung und das Gefühl des Zuhörens – etwas, das Kindern und Jugendlichen im Alltag oft fehlt.
KI-gesteuerte Interaktionen können das emotionale Wohlbefinden stärken, aber auch Empathie, Kommunikationsverhalten und Konfliktbewältigung schwächen. Zudem drohen einseitige Bindungen an digitale Systeme, sogenannte parasoziale Beziehungen. Besonders gefährdet sind junge Menschen, die sich ohnehin einsam fühlen.
Auch junge Menschen mit Depressionen greifen zunehmend zu KI-Tools, statt klassische medizinische Webseiten zu nutzen, um sich über die Krankheit zu informieren. Das ergab das Deutschland-Barometer Depression der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und Suizidprävention, ein langjähriger Förderpartner der TRIBUTE TO BAMBI Stiftung. Doch KI stößt bei psychischen Erkrankungen schnell an Grenzen, da sie Warnsignale nicht zuverlässig erkennt. Eine gute Alternative sind zugelassene Apps, die Ärzt:innen und Psychotherapeut:innen verschreiben, sogenannte digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA). Diese Apps müssen ihre Wirksamkeit in Studien nachweisen, strenge Datenschutzvorgaben erfüllen und können helfen, die lange Wartezeit auf einen Therapieplatz zu überbrücken.
Hilfreiche Angebote für Eltern
Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, KI verantwortungsvoll zu nutzen: gemeinsam Tools ausprobieren, offen über mögliche Risiken sprechen, auf eine ausgewogene Nutzung achten, Schutzfunktionen einstellen und Kinder dafür sensibilisieren, keine persönlichen Daten preiszugeben. Es ist wichtig, stets eine verlässliche Ansprechperson auf Augenhöhe zu sein und klare Regeln aufzustellen, u.a. auch für die Bildschirmzeit. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) empfiehlt, dass Sechs- bis Neunjährige täglich höchstens 30 bis 45 Minuten vor Bildschirmen verbringen sollten, Neun- bis Zwölfjährige maximal 60 Minuten. Für Jugendliche werden maximal zwei Stunden empfohlen, und ab 21 Uhr sollten sie ihre Geräte stets ausschalten.
Für alle interessierte Familien veranstaltet klicksafe im Februar zahlreihe Events und hat zudem einen Elternratgeber veröffentlicht, mit praktischen Tipps sowie Impulsfragen, die den Dialog zwischen Eltern und Kindern fördern.
Hinweis: Das Bild wurde mit AISSIST, Stable Diffusion 3 Ultra, generiert.
